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AfD-Thüringen kassiert Niederlage im Saale-Orla-Kreis – Experten haben einen Verdacht

Nach der Pleite der AfD-Thüringen im Saale-Orla-Kreis haben Experten nun einen Verdacht. Konnte Thrum deshalb nicht genug punkten?

© picture alliance/dpa

Höcke Grundrechte entziehen? Faeser sieht wenig Chancen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sieht wenig Chancen, dem AfD-Politiker Björn Höcke einzelne Grundrechte zu entziehen, wie dies eine Petition fordert. Bei Höcke und seinem als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Thüringer AfD-Landesverband müsse es "zuerst um die politische Auseinandersetzung gehen".

Es war das erwartete knappe Rennen in der Landratswahl im Saale-Orla-Kreis (Thüringen). Dennoch: Obwohl der AfD-Kandidat Uwe Thrum mit deutlichem Vorsprung in die Stichwahl am Sonntag (29. Januar) ging, konnte er sich am Ende nicht gegen den CDU-Kandidaten Christian Herrgott durchsetzen. Für viele eine Überraschung. Die AfD-Thüringen musste im Superwahljahr 2024 die erste Niederlage einstecken.

Experten sind sich einig: Die bundesweiten Demonstrationen gegen Rechtsextremismus der letzten Tage könnten einen entscheidenden Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt haben.

AfD-Thüringen: Pleite bei Landratswahlen

AfD-Thüringen Kandidat Uwe Thrum konnte sich bei der Stichwahl im Saale-Orla-Kreis am Sonntag (29. Januar) nicht durchsetzen. Stattdessen machte Christian Herrgott von der CDU das Rennen. Laut dem Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz konnte er fast sämtliche Wähler für sich gewinnen, die zuvor ihre Stimmen den Kandidaten von SPD oder Linken gegeben hatten.

+++ Landratswahl im Saale-Orla-Kreis: CDU-Herrgott holt sich das Ding! AfD-Thrum kassiert Niederlage +++

In der ersten Runde hatte Thrum noch deutlich vor Herrgott gelegen, während die Kandidaten von SPD und Linken abgeschlagen waren. Doch dann: Der überraschende Umschwung. Thrum konnte in der Stichwahl nicht mehr punkten und verlor. Er konnte sich nur 47,6 Prozent der Stimmen schnappen, Herrgott gewann 52,4 Prozent der Wähler-Herzen. Und die Experten können sich schon denken, warum das Wahl-Blatt sich von der AfD-Thüringen weg wendete.

Entscheidender Faktor: Demos gegen Rechts

Nach dem aufgedeckten Geheim-Treff in Potsdam gingen in ganz Deutschland Hunderttausende von Menschen auf die Straßen. Sie machten sich gegen Rechtsextremismus stark. Auch in Thüringen gab es zahlreiche Anti-Rechts Demos. Laut Politikwissenschaftler Brodocz habe das in der Stichwahl eine entscheidende Rolle gespielt. „Die bundesweiten Demonstrationen haben einen demokratischen Grundkonsens geschaffen, der viele motiviert hat, dieses Mal die CDU zu wählen“, so Brodocz.


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Auch Torsten Oppelland von der Universität Jena sieht einen Zusammenhang zwischen den Demos und der Pleite der AfD-Thüringen im Saale-Orla-Kreis. Es sei zwar schwer, den Zusammenhang in Zahlen festzuhalten, denn dazu lägen keine Daten vor. Doch die höhere Wahlbeteiligung in der Stichwahl deute auf einen Mobilisierungseffekt hin. „Da kann die Demonstrationswelle durchaus einen Ausschlag gegeben haben“, so Oppelland.