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Frau in Essen trotzig: „Habe mich in die AfD verliebt“

„Ganz Essen hasst die AfD“, skandieren die Gegendemonstranten vor dem Parteitag. Doch auch vor der Kamera bekennt sich eine Frau zur Partei.

Die Frau bekennt sich zur AfD.
© Redaktion

Das denken die Essener über die AfD

Was denken die Essener über die AfD und das Erstarken der Partei? Wir haben uns umgehört.

„Ganz Essen hasst die AfD“, skandieren die Gegendemonstranten zum AfD-Parteitag in Essen schon am Freitagabend bei einer Rave-Demo. Ist das wirklich so?

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Unsere Redaktion hat sich auf den Straßen der Ruhrmetropole umgehört und zumindest eine Frau getroffen, die offen zugibt, dass sie Anhängerin der AfD ist.

AfD-Anhängerin in Essen: „Keiner konnte mich vom Gegenteil überzeugen“

Es handelt sich um eine 62-jährige Musikerin (im Video oben zu sehen), die vor unserer Kamera erklärt, sie finde es „ganz toll“, dass die AfD in Essen ihren Parteitag abhält. Von den Reden von Alice Weidel sei sie „sehr beeindruckt“ und könne die massive Kritik an der AfD nicht nachvollziehen. Sie habe sich „in die Partei verliebt“.

Die Künstlerin kritisiert das linksextreme Antifa-Aktivisten gegen den Parteitag mobilisieren. Gewalt dürfe niemals eine Antwort sein, so die Passantin, denn so etwas sei in Wahrheit „faschistisch“. Sie sei bereit für politischen Austausch und höre sich gerne „von Bekannten und Freunden die Meinung an“. Bis jetzt habe sie aber „keiner vom Gegenteil überzeugen“ und von der AfD abbringen können.

Viele Passanten sind Partei-Kritiker: „Ideologie der Ungleichwertigkeit“

Andere Passanten haben dagegen eine deutlich kritischere Meinung über die AfD. So wie ein 63-jähriger Pädagoge, der ebenfalls mit unsere Redaktion über die Partei spricht. Die AfD vertrete eine „Ideologie der Ungleichwertigkeit“, meint der Mann, weil sie Menschen hierarchisch einteile, was er strikt ablehnt. „Für mich sind alle Menschen gleich und ich möchte allen Menschen auf Augenhöhe begegnen“, so der Essener.

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Er vermutet, dass viele sich angesichts der vielen Krisen und Probleme dieser Zeit ohnmächtig fühlen und deshalb auf die selbsternannte Alternative für Deutschland setzen. Die etablierten Parteien würden zu wenige Antworten geben, wobei die AfD mit ihrem Programm auch keine Lösungen anbieten könne.

Liegt es an der sozialen Ungerechtigkeit im Land?

Auch ein 29-Jähriger aus Essen hat einen ähnlichen Verdacht. Die AfD sei aus seiner Perspektive „nicht regierungsfähig“ und in Teilen und in einigen Gruppierungen auch „rechtsradikal“, obschon er die Partei nicht „über einen Kamm scheren will“. Der Mann aus dem Ruhrgebiet beobachtet, dass viele Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch im Seniorenalter, „verunsichert“ seien.


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Eine 66-jährige Rentnerin kann dem beipflichten. Die soziale Ungerechtigkeit im Land helfe der AfD, meint sie. Viele Menschen seien „einfach enttäuscht“ von dem Entwicklungen im Land. Sie könne sich mit der Partei aber „absolut nicht identifizieren“.