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Kanzler Scholz bei EM: Plötzlich ist sein Verhalten auf der Tribüne Lästerthema im Bundestag

Es wäre eine Chance für Olaf Scholz, sich bei der EM als erster Fan im Land zu zeigen. Doch scheinbar ist er dafür zu nüchtern.

Kanzler Scholz bei der EM.
© IMAGO/MIS

Reden wir drüber: Wieviel Flagge zeigen bei der EM ist eigentlich ok?

Die EM ist zurück in Deutschland und mit ihr die Flaggen. Doch sind diese Deutschland-Symbole nur patriotisch oder auch nationalistisch?

Zweimal schon erschien Kanzler Olaf Scholz bei Deutschland-Spielen der EM im Stadion. Beim 2:0 gegen die Ungarn und beim 1:1 gegen die Schweiz saß der Regierungschef auf der Tribüne.

Doch wie auch sonst kann Scholz als DFB-Fan nicht aus seiner Haut. Statt groß zu jubeln und die Mannschaft anzufeuern, schaut er oft eher nachdenklich bis skeptisch auf den Rasen. Auch erschien er, statt mit Deutschland-Trikot, förmlich in Sakko und Hemd – nicht unbedingt ein Stadion-Outfit! Immerhin einen kleinen Deutschland-Pin hatte er am Oberteil befestigt.

+++ Mehr dazu: Auf der EM-Tribüne: Ach, Kanzler! Baerbock stiehlt Scholz die Show +++

CDU-Politiker lästert über Kanzler: „Verbreitet keine Begeisterung“

Ist der Kanzler Fan genug? Das ist nun auch Lästerthema im Bundestag. Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß teilt in der „Rheinischen Post“ aus:

„Olaf Scholz verbreitet eben weder in der Politik noch im Stadion Begeisterung“

Christoph Ploß (CDU)

Dann mutmaßt der Oppositionspolitiker, dass Scholz vermutlich Angst habe, „im Stadion ausgebuht zu werden“. Tatsächlich ist das dem Bundeskanzler bei der Handball-EM im Januar in der Berliner Mercedes-Benz Arena passiert! Eine ziemlich Blamage…

+++ Auch interessant: Olaf Scholz: Unangenehm! Ausgerechnet ER war Kanzlers Sitznachbar beim Deutschland-Spiel +++

Die sportpolitische Sprecherin der SPD, Sabine Poschmann, verteidigt ihren Kanzler und seine Zurückhaltung als Tribünen-Gast. Er habe eben seinen eigenen Stil – „und das ist auch gut so“. Er überlasse die Bühne „lieber unseren Jungs auf dem Platz“. Ein wenig Hoffnung macht sie sich aber, einen euphorisch jubelnden Scholz in den kommenden Spielen zu sehen, denn „die wirklich spannenden Spiele“ würden schließlich erst noch kommen.

Olaf Scholz und die EM 2024: Nagelsmann als Vorbild

Der Kanzler selber ging in seiner Regierungserklärung am Mittwoch (26. Juni) auf die deutsche Nationalmannschaft ein. Es klang dabei teilweise so, als wolle er den Nagelsmann machen.

Vor der EM, so Scholz, hätten viele Zweifel am deutschen Team gehabt. Nun aber, mit dem Selbstvertrauen des Gruppensieges im Rücken, seien viele wieder zuversichtlich und Trainer Julian Nagelsmann habe trotz aller Zweifel vorab Erfolg. Genau das sei eine Vorlage für Deutschland und Europa – wirtschaftlich und politisch.


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Es scheint also so, als würde sich Scholz als eher stiller Tribünen-Beobachter zumindest einige Inspirationen im Stadion abholen…