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Angeblicher Skandal durch „RKI-Files“ – haben Geheimdienste für Panik gesorgt?

Aktuell gibt es viel Aufsehen um die sogenannten „RKI-Files“. Dabei steht unter Querdenkern eine Behauptung besonders im Vordergrund.

Aktuell werden die von Querdenkern genannten „RKI-Files“ heiß diskutiert. (Symbolbild)

Karl Lauterbach: Vom Corona-Mahner zum Gesundheitsminister

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist er einer der bekanntesten Politiker Deutschlands. Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Seit sich das Coronavirus immer breiter in Deutschland ausgebreitet hat, war Lauterbach Dauergast in den Talkshows von ARD und ZDF. Wir stellen dir den SPD-Politiker vor.

Die sogenannten „RKI-Files“ haben in den letzten Tagen für reichlich Aufsehen gesorgt. Dabei handelte es sich um interne Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Corona-Pandemie.

Jetzt sollen diese darauf deuten, dass die Politik dafür gesorgt habe, das Corona-Risiko in Deutschland auf „Hoch“ zu setzen. Doch das geht gar nicht aus den Dokumenten hervor. Stecken Geheimdienste hinter der Behauptung?

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Trubel um „RKI-Files“

Das Robert Koch-Institut (RKI) musste geheime Protokolle des Corona-Krisenstabs veröffentlichen. Diese wurden vom Internet-Blog „Multipolar“ eingeklagt. Daraus gingen mehr als 1.000 Seiten hervor, die nun in sozialen Medien rasant geteilt und diskutiert werden.

Für den Blog und manche Verschwörer sind die Protokolle brisant wegen der RKI-Entscheidung in 2020, das Corona-Risiko in Deutschland auf „Hoch“ einzustufen. Durch die „RKI-Files“ ginge hervor, dass das Institut die Entscheidung nicht durch Fachkenntnisse getroffen hat, sondern auf politisches Kommando. Noch dazu ist ein Name geschwärzt, der das Signal für die Hochstufung geben sollte.

Wie unter anderem die „tagesschau“ berichtet, lässt sich aus den Protokollen aber nicht entnehmen, dass die Hochstufung durch eine Politik-Anweisung stattfand. In einem Videostatement bekräftigt Gesundheitsminister Karl Lauterbach dazu: „Das RKI hat unabhängig von politischer Weisung gearbeitet, auch der sogenannte geschwärzte Mitarbeiter ist ein Mitarbeiter des RKIs. Es gab also keine politische Weisung, auf die es hier reagiert hätte.“

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Die Risikobewertung wurde vom RKI demnach bereits beschlossen und benötigte lediglich die Zustimmung des RKI-Mitarbeiters. Der Name wurde nur geschwärzt, um die Person bei der Veröffentlichung der Papiere zu schützen.

Stecken Geheimdienste hinter angeblichem Skandal?

Auch Grünen-Politiker Janosch Dahmen kritisierte gegenüber „t-online“ die angebliche Aufdeckung durch die RKI-Dokumente. „Einen Skandal abzuleiten, ist eher Ausdruck von Unkenntnis und dem Versuch weiterer Desinformationen“, so der Politiker.

Dahmen legt sogar die Vermutung nahe, dass die Verbreitung der Gerüchte um die geschwärzte Person das „Ergebnis der Einflussnahme ausländischer Nachrichtendienste ist, um unsere Gesellschaft vor dem Hintergrund von Russlands Krieg gegen die Ukraine weiter zu spalten.“


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Noch dazu deutet Dahmen darauf hin, dass der Blog regelmäßig verschwörerische News verbreite. Der Herausgeber von „Multipolar“ Paul Schreyer fiel schon in der Vergangenheit damit auf, falsche Aussagen zur Corona-Pandemie zu verbreiten. In einem Tweet stellte er 2021 die Theorie auf, dass die Covid-19-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna unwirksam seien. Bei den Daten, auf die er sich stützte, fehlte allerdings wesentlicher Kontext, wie „Correctiv“ klarmachte.

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