Veröffentlicht inPolitik

Aiwanger sorgt für Bayern-Zoff – er schwänzt immer mehr Dienst-Termine

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sorgt für reichlich Stress zwischen der CSU und seiner Partei. Denn er verpennt immer mehr Amtstermine.

© IMAGO / Eibner; IMAGO / Rolf Poss

Bayern: CSU und Freie Wähler unterzeichnen Koalitionsvertrag

CSU und Freie Wähler haben ihren Koalitionsvertrag für die künftige bayerische Landesregierung unterzeichnet, eine Neuauflage der bisherigen Koalition. Bei der Landtagswahl am 8. Oktober hatten sich die Kräfteverhältnisse zugunsten der Freien Wähler verschoben.

Durch die Bayern-Wahl 2023 regieren CSU und Freie Wähler erneut zusammen unter Marcus Söder und Hubert Aiwanger. Doch statt Harmonie verhärten sich die Fronten immer mehr.

Denn Aiwanger lässt manche Jobverpflichtungen stark schleifen. Er verpennt immer mehr Sitzungen im Kabinett. Nun droht ihm mancherorts sogar der Rausschmiss.

+++ Dazu interessant: Sensation im nächsten Bundestag? Aiwanger-Partei überspringt erstmals 5-Prozent-Hürde +++

Aiwanger schwänzt Amtssitzungen

Freie-Wähler Chef Hubert Aiwanger ließ sich Anfang Januar öfter gerne mal auf Bauern-Demos ablichten. Fast vier Stück pro Tag hat er zwischenzeitlich besucht. Das ist auch sein gutes Recht. Doch für seine amtlichen Verpflichtungen findet der bayerische Wirtschaftsminister anscheinend keine Zeit. So hat Aiwanger viele Termine geschwänzt, die eigentlich massiver Teil seines Jobs sind.

Seit seinem Amtsantritt ist er bei sage und schreibe 14 Termine bisher nicht aufgetaucht, wie der „Münchner Merkur“ berichtet. Söders CSU wirft Aiwanger jetzt vor, er vernachlässige einen großen Teil seiner Minister-Aufgabe: Unter anderem Technologiepolitik oder auch internationale Wirtschaftspolitik.

Freie-Wähler-Chef kurz vor Rausschmiss

Wegen seiner Fehlzeiten droht Aiwanger von manchen Gesellschaften jetzt sogar der Ausschluss. Der Senat der angesehenen Max-Planck-Gesellschaft (MPG) will ihn von dort rausschmeißen, weil er sich über fünf Jahre hinweg bei keiner einzigen Sitzung dort zeigte. Dabei hat die Gesellschaft eine große Bedeutung für Wirtschaft und Wissenschaft.


Mehr News:


Jetzt steht im Raum, dass Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) als Nachfolger für den Senat nominiert wird. Bisher gibt es aber keine Anzeichen dafür, dass der Freie-Wähler-Chef bereit ist, seinen Posten an ihn abzugeben.

Zumindest empfing Aiwanger vor wenigen Tagen den neuen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Patrick Cramer, zu seinem Antrittsbesuch in München. Allerdings wurde Cramer bereits Mitte 2022 gewählt und trat sein Amt schon im letzten Juni an.