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Erfurterin geht bei DIESEM Anblick an die Decke – „Bin entsetzt und enttäuscht“

Als eine Erfurterin DAS sieht, fällt sie aus allen Wolken. Diesen Ort hat sie fast gar nicht wieder erkannt, so doll hat er sich verändert.

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u00a9 IMAGO / Westend61 / privat / Thu00fcringen24 Redaktion

Was du über die Stadt Erfurt wissen solltest

In diesem Video stellen wir dir die thüringische Hauptstadt vor.

Ein Feierabend-Spaziergang durch die Natur in Erfurt Hochheim – das ist quasi ein fester Bestandteil der täglichen Routine von Dani und ihrem Ehemann. Da kann man nach einem stressigen Tag nochmal so richtig abschalten und abends extra schnell einschlafen.

Doch etwas stört die abendliche Idylle. Als die Erfurterin Dani DAS das erste Mal bemerkte, fiel sie aus allen Wolken. Sie konnte ihren Augen kaum trauen, als sie sah, was aus diesem Ort geworden ist. Im Gespräch mit Thüringen24 berichtet sie von ihren Eindrücken.

Erfurt: Espachteich ist nicht wiederzuerkennen

Was Erfurterin Dani auf ihrem abendlichen Spaziergang bemerkt, schockiert sie zutiefst. In den vergangenen Wochen hat der eigentlich so idyllische Espachteich immer mehr an Wasser verloren. Doch leider ist das längst noch nicht alles. Dazu kommt ein beißender Geruch nach Schwefel. Genau das, was man bei einem abendlichen Spaziergang zum Entspannen und Runterkommen so gar nicht gebrauchen kann.

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Diese unschönen Veränderungen am Espachteich in Erfurt Hochheim haben bei Dani einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. „Ich bin entsetzt und enttäuscht“, verrät sie im Thüringen24-Interview. „Ich kannte den Espachteich immer als einen schönen Ort für Tiere“, fügt Dani hinzu. Früher hat sie hier oft Enten und Graureiher erspähen können. Von denen ist seit Wochen keine Spur mehr zu sehen. Ein Teich verändert sich nicht einfach so drastisch. Thüringen24 hat mal bei der Stadt Erfurt nachgehakt, was die Ursachen dieser Veränderungen sein könnten.

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So sieht der Espachteich in Erfurt gerade aus. Foto: privat

Baustelle bringt Espachteich ins Ungleichgewicht

Die Stadtverwaltung Erfurt weiß, warum sich der Espachteich in den letzten Wochen so drastisch verändert hat. Das Papierwerk wird umgebaut. Durch die Baustelle könne nur ein Drittel der üblichen Menge an Wasser in die Innenstadt abfließen. Zusätzlich führe die Gera zurzeit aufgrund des Klimawandels eh nur wenig Wasser, was dann auch noch auf den Flutgraben und auf die Innenstadtgewässer (Walk- und Bergstrom) aufgeteilt werden müsse. Der Walkstrom speist den Espachteich. Wenn hier also nur wenig Wasser fließt, kann auch nur wenig neues Wasser in den Espachteich fließen. Das erklärt schonmal den niedrigen Wasserstand. Aber was ist mit dem Gestank?

Die Stadt Erfurt kann sich den Gestank am Espachteich nur so erklären: Es handelt sich um Faulgase, die dem Teichschlamm entweichen. Am Boden des Gewässers werden Algen mikrobiologisch anaerob – also ohne Sauerstoff – zersetzt. Dadurch entsteht unter anderem Schwefelwasserstoff, der entweicht und einem dabei übel in die Nase steigt.


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Doch was kann man tun, damit sich der Espachteich in Erfurt wieder erholt? Eine Möglichkeit wäre, die Algen dem Teich zu entnehmen und das Algenwachstum in Zukunft zu bremsen. „Für Letzteres wäre es wichtig, den Durchlauf des Wassers durch den Teich zu erhöhen.“, heißt es auf Thüringen24-Nachfrage. Dazu könne man die Zu- und Abflüsse des Espachteichs neu organisieren und/oder den Teich selbst verkleinern. Gegebenenfalls sei eh eine umfassende Sanierung des Teichs nötig, um den Bodenschlamm zu entnehmen oder ihn durch Belüftung abzubauen.

So könne man den Espachteich in Erfurt auch zukünftig schützen und dafür sorgen, dass er nicht wieder in einen so schlechten Zustand kommt. Doch ob die Stadt tatsächlich etwas unternimmt, geht aus der Antwort nicht hervor.